Fragen zum Thema Löschflugzeuge
Häufig gestellte Fragen zu Löschflugzeugen (FAQ)
Was bedeutet SEAT?
SEAT steht für Single Engine Air Tanker. Damit werden einmotorige Löschflugzeuge bezeichnet, die speziell für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden eingesetzt werden.
Was bedeutet „Drop“?
Als Drop wird der Abwurf von Löschwasser oder Löschmittel aus einem Löschflugzeug auf einen Brandherd bezeichnet.
Was ist besser: Hubschrauber oder Löschflugzeug?
Für die Brandbekämpfung aus der Luft gibt es kein „entweder oder“. Feuerwehren benötigen eine Toolbox verschiedener Einsatzmittel.
Je nach Lage haben Hubschrauber oder Löschflugzeuge unterschiedliche Vorteile. Löschflugzeuge sollten daher ein fester Bestandteil dieser Einsatzmittel sein.
Wie viel Löschwasser kann ein SEAT transportieren?
Ein Löschflugzeug vom Typ Dromader M18 B kann bis zu 2.200 Liter Löschwasser aufnehmen.
Wie schnell können mehrere Löschwasserabwürfe erfolgen?
Die Umlaufzeit hängt von der Entfernung zwischen Brandort und Startgelände ab.
Optimal sind 5–7 Minuten zwischen zwei Abwürfen.
Liegt der Brand beispielsweise 15 Flugminuten vom Startgelände entfernt, sollten mindestens drei SEAT gleichzeitig eingesetzt werden, um eine kontinuierliche Wirkung zu erzielen.
Kann ein SEAT alleine einen Waldbrand bekämpfen?
Nein. Internationale Standards sehen den Einsatz von mindestens zwei Luftfahrzeugen mit einer Löschkapazität von jeweils mindestens 2.000 Litern vor.
Dabei kann es sich um Löschflugzeuge oder Hubschrauber handeln.
Kann dem Löschwasser ein Zusatz beigemischt werden?
Ja. Dem Wasser können umweltfreundliche und biologisch abbaubare Retardants (Löschmittelzusätze) beigemischt werden, um die Wirkung zu erhöhen.
Welche Startstrecke wird benötigt?
Bei maximalem Abfluggewicht benötigt die Dromader M18 B etwa 920 Meter Startstrecke.
Ist ein Löschflugzeug auf einen Flugplatz angewiesen?
Nein. Die Dromader M18 B kann auch von geeigneten Flächen außerhalb von Flugplätzen starten und landen.
Wie lange kann ein SEAT mit vollem Tank fliegen?
Mit vollem Treibstofftank beträgt die Flugdauer etwa drei Stunden.
Wie wird das Löschwasser aufgenommen?
Die Befüllung erfolgt durch die Feuerwehr über ein oder zwei B-Schläuche.
Die Anschlüsse befinden sich hinter der Tragfläche, und die Befüllung kann bei laufendem Motor erfolgen.
Zur Vorbereitung der Einsatzkräfte bietet die DLFR den Lehrgang „Flughelfer Löschflugzeug“ an.
Wie lange dauert die Befüllung?
Die Befüllung mit 2.200 Litern Löschwasser dauert etwa eine Minute.
Können Löschflugzeuge genauso präzise arbeiten wie Hubschrauber?
Ja. Ein Abwurf kann:
- als Wasserbombe auf etwa 150 m² erfolgen (ca. 10 × 15 m)
- oder als Wasserlinie von bis zu 500 Metern Länge, z. B. zur Brandsaumbekämpfung.
Der Pilot kann den Abwurf außerdem aufteilen, je nach Anforderung der Einsatzleitung.
Die Effektivität und Präzision hängt maßgeblich von der Erfahrung der Piloten ab.
Wie wird der gemeinsame Flugbetrieb koordiniert?
Die Koordination erfolgt durch die Einsatzleitung – Abschnitt Luft.
Was kostet eine Flugstunde?
Für eine Dromader M18 B:
- 3.990 € pro Flugstunde
- zuzüglich 1.490 € Tagespauschale (Vorhaltekosten)
Wo sollen die Flugzeuge stationiert werden?
Seit April 2023 stehen im Landkreis Harz zwei Löschflugzeuge zur Verfügung.
Aus Sicht der DLFR sind vier Standorte mit jeweils drei SEAT sinnvoll.
Wie schnell sind Löschflugzeuge am Einsatzort?
Nach Alarmierung sind die Flugzeuge nach etwa 10–15 Minuten in der Luft.
Im Landkreis Harz erfolgt der erste Löschwasserabwurf innerhalb von rund 40 Minuten nach Alarmierung.
Was machen die Piloten außerhalb der Waldbrandsaison?
Die Zeit wird genutzt für:
- Weiterbildungen
- Trainingsflüge
- gemeinsame Übungen mit Feuerwehren
Wie viele Löschflugzeuge braucht Deutschland?
Die DLFR empfiehlt vier Standorte mit jeweils drei SEAT in Nord-, Mittel- und Süddeutschland.
Was kostet ein Standort pro Jahr?
Ein Standort mit drei Dromader M18 B kostet etwa 2,4 Millionen Euro pro Jahr.
Darin enthalten sind jeweils 130 Flugstunden pro Flugzeug.
Sind Löscheinsätze bei Nacht möglich?
Derzeit nicht.
Die DLFR arbeitet daran, künftig auch Nachtoperationen zu ermöglichen.
Sind Einsätze im Gebirge möglich?
Ja. SEAT sind sehr wendig und können auch in Mittelgebirgen und im Alpenraum eingesetzt werden.
Reichen Löschflugzeuge allein zur Brandbekämpfung?
Nein. Die Feuerwehrkräfte am Boden sind unverzichtbar.
Ein Waldbrand kann nicht ausschließlich aus der Luft gelöscht werden. Nachlöscharbeiten müssen immer durch Einsatzkräfte am Boden erfolgen.
Löschflugzeuge sind jedoch eine schnelle, effektive und wirtschaftliche Ergänzung, insbesondere bei:
- schwer zugänglichem Gelände
- großen Vegetationsbränden
- munitionsbelasteten Flächen
Welche weiteren Maßnahmen sind sinnvoll?
Feuerwehren benötigen für Vegetationsbrände eine erweiterte Einsatz-Toolbox, z. B.:
- Löschflugzeuge (SEAT)
- Löschroboter für munitionsbelastete Flächen
- weitere spezialisierte Einsatzmittel
Sind amphibische Löschflugzeuge (Canadair) für Deutschland sinnvoll?
Aus Sicht der DLFR nein.